Dreiste Bauern beim Ministerbesuch

Screeenshot (Bildzitat): Anzeiger für Harlingerland/Wittmund, online, 20. Aug. 2015

Am 20. August 2015 besuchte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis90/Die Grünen) auch das Harlingerland, um das mediale Sommerloch zu stopfen. Einige Landwirte nutzen die Gelegenheit, ihn auf den schlechten Zustand der Wirtschaftswege aufmerksam zu machen, so, als ob das ganz von allein geschieht. Sie forderten vom Minister mehr „Mittel für den ländlichen Wegebau“. Diese Bauern sind dreist! In nur wenigen Jahren wurden die mit öffentlichen Mitteln gebauten Wege mit den „modernen“ und sehr schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen zerstört. Wo z.B.auf Wegen 6t zulässiges Gesamtgewicht vorgeschrieben sind, wird mit Gespannen mit bis zu 40t gefahren. Das ist mutwillige Zerstörung. So geht die Landwirtschaft mit öffentlichen Mitteln um.

Nicht nur auf Wirtschaftswegen wird mit zu hohem Gewicht gefahren: Stundenlang und vollbeladen mit Speed durch die Wohnsiedlung Brandshoff, Holtgast – für nur 6t freigegeben. Leergewicht des Traktors mit Ladewagen: mindestens 16t. Wer bezahlt die Schäden? Die Anwohner!

Wer also verursacht die Straßenschäden mit den überschweren Fahrzeugen, wer bekommt sogar 16,50 Euro pro Ferkel dafür, wenn die Schwänze der Tiere nicht kupiert werden, obwohl es EU-rechtlich ohnehin verboten ist, wer bekommt 250 Euro/ha/a Schadensausgleich für Gänsefraß, egal ob Fraßschäden aufgetreten sind oder nicht? Wer beklagt sich, das nach der geforderten Abschaffung der Milchquote und dem nun vorhandenen Überangebot die Milchpreise in den Keller fallen und macht die Verbraucher dafür verantwortlich? Haben diese Bauern eigentlich Narrenfreiheit? Hier kommt eine ganz üble Anspruchsmentalität unter Verlust jeglichen Realitätssinns zum Ausdruck. Und da wundert sich dieser Berufsstand über das schlechte Image in der Öffentlichkeit?

Holtgaster Hammrich: total zerfahrener Wirtschaftsweg, Februar 2015. Dieser Weg wurde inzwischen mit öffentlichen Mittel wieder saniert, auf Asphalt und eine Pflasterung wurde verzichtet, es wurde Schotter verwendet. Foto (C): Manfred Knake

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