Die Deutsche Teddy-Stiftung und der Drehverschluss

Das ist die Deutsche Teddy- Stiftung:

„Stofftiere sind für kleine Kinder nicht nur Spielzeug, sondern wichtige Trostspender. Ein Teddybär kann Kindern in Notlagen helfen, diese ohne Traumatisierung zu überstehen. Unser Ziel ist es Rettungsfahrzeuge, Streifenwagen der Polizei, Feuerwehrfahrzeuge und die Ambulanzen von Krankenhäusern mit Teddybären auszustatten, die dann an Kinder verteilt werden können. Helfen Sie uns bei dieser Aufgabe!“

Gut so, da gibt es nichts zu meckern, und Spendengelder helfen immer weiter.

Postanschrift der Teddy-Stiftung ist Am Markt 2 in Esens, das ist der Sitz der Esenser Stadtverwaltung, Rathaus Esens. Aktuell spendete die Firma Klosterquell Hofer GmbH aus Österreich für die Tedddy-Stiftung, stolze 8015,00 Euro kamen so auf das Konto der Stiftung. Die Spende war verbunden mit der Werbung für ein zuckerhaltiges Kindergetränk der Firma, das in der „kindgerechten Dreh+Trinkflasche“ angeboten wird, eine Einweg-Plastikflasche mit einem losen Drehverschluss, die dann – gemeinsam oder getrennt – irgendwann im Müll oder in der Landschaft endet. Jürgen Lohs aus Moorweg hat aufmerksam die Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ am 16. Mai 2019 gelesen und die Spendennummer in seinem Blog exit esens“ glossiert. Mit seiner freundlichen Genehmigung bringe ich seine Gedanken weiter unters Volk. Wohl bekomm´s!:

Teddy-Stiftung
Werbung für Kinderlimo

AfH, 16.05.2019, Bildausschnitt (Screenshot-Bildzitat)

Die Esenser Teddy-Stiftung ist mit ihrer Bären-Idee eine begrüßenswerte Initiative, die es ermöglicht, Kindern in Notsituationen schnelle Tröstung zu verschaffen.
Die österreichische Klosterquell Hofer GmbH ist mit Dreh+Trink der marktführende Spezialist für Kindergetränke der Zielgruppe 3 bis 8 Jahre.

Die Einzigartigkeit des Produkts bestehe im „kindgerechten Drehverschluß“, der nach dem Abdrehen ein Wiederverschließen der Flasche nicht zuläßt und flottes Leertrinken erfordert, weshalb die Füllmenge von 0,2 cl als Merkmal weiterer Kindgerechtheit zu preisen sei, die schließlich getoppt wird durch das pädagogische Zusatzmerkmal „Dreh+Trink ist das erste Getränk, das Kinder ab 3 Jahren ohne Hilfe selbst öffnen können. Dieser emotionale Mehrwert wird durch die mögliche Weiterverwertung der leeren Verpackung zum kreativen Spielen noch einmal verstärkt“!

Und in der Tat: Das Produkt ist als Einwegplastik weder dem Dualen System angeschlossen noch mit Pfandrücknahme belastet, so daß kreativer Entsorgung keine Grenzen gesetzt sind.

„Auch bei vielen Eltern ruft Dreh+Trink Kindheitserinnerungen wach“, und fürwahr, wir erinnern uns: Mitte der 70er Jahre begannen die abgedrehten Plastikknebel  zunehmend den öffentlichen Raum zu vermüllen und heute sind sie aus keinem Parkrasen, Spielplatz, Freibad, Strand (gar Fisch- und Vogelmagen?) mehr wegzudenken.
Denn „Eine Glasflasche wäre unökologisch“, erklärt Firmenchef Hofer und „Uns war es immer wichtig, dem Zeitgeist zu entsprechen“ , sekundiert Geschäftsführer Marc Seddig.

„Die farbenfrohe, handliche und unzerbrechliche Flasche ist ein beliebter Begleiter bei Ausflügen und aktiven Freizeitgestaltungen, ist für Kinder Erfrischung + Spaß in einem Produkt.“
Als marktetabliertes Kultgetränk, so erzählt ein österreichisches Markenmagazin, sei es auch und gerade bei Jugendlichen mit Vodka oder Bacardi äußerst partyaffin.

„Spannende und kindgerechte Aktionen und Filmkooperationen sorgen für eine permanent hohe Awareness am POS, die zu vielen Impulskäufen führt“ – gemeint ist der quengelnde Nachwuchs in der Kassenzone!

Das „Kinder-Kultgetränk“, z.B. „Erika Erdbeere“, besteht aus Wasser, Zucker (1 Eßlöffel/ 0,2 cl !), Aroma und 0,1% (!) Erdbeersaft.
Die Kinderfreunde produzieren rd. 50 Millionen Flaschen pro Jahr und bis zu 400.000 Flaschen täglich, 80% für den Export, neuerdings nach China, „denn dort warten 250 Millionen Kinder auf Dreh+Trink“. Der Gesamtumsatz liege (vermutlich nur für Deutschland) bei 3 Mio €, so  Marc Seddig, und erfordert komplexe Markt, Marken– und PR-Strategien.
„Wir setzen auf den Point of Sale“, wo abgeholt wird, was da wartet, „…z.B. die Charity-Aktion der Deutschen Teddy-Stiftung. Zwei Wochen werden wir deshalb pro Flasche einen Cent an die Stiftung spenden.“
Wobei  wir  die Großkunden des Kinderfreundekonzerns meint, die diesen einen Cent pro Flasche beim Einkauf dem Hersteller überlassen, bevor der den nach Esens trägt – eine preiswerte und kostengünstige PR-Idee, an der sich der Bürger beteiligen kann:
Bei Combi kostet die 0,2 cl-Flasche Dreh+Trink derzeit 69 ct, der übliche bzw. sonstige Verkaufspreis liegt zwischen 55 ct und 59 ct, da ist für zahlreiche Spenden-, PR-, Marken-, Charity- und Rabatt-Aktionen also noch sehr viel kreativer und karitativer Spielraum.

(Anzeiger für Harlingerland, 16. Mai 2019- Screenshot-Bildzitat, zum Vergrößern anklicken)

Zum Esenser Foto-Shooting brauchte es nur einen symbolischen Scheck über 8015 €, Markenlogos, eine Flasche in Lebensgröße und vier weitere Lokalprominente der Stiftung sowie einen AfH-Lokalredakteur, die für die werbende Wirtschaft gewonnen werden konnten.

„Das ist ein alternativloser Weg für die Kindergetränke der Zukunft“ , erklärt M. Seddig das Kindeswohl und vielleicht, vielleicht … ergibt sich ja für seine Mitstreiter unter der Stiftungsprominenz die Gelegenheit, zusätzlich zum Tröstebärenversand an einer nächstbeliebigen Aktion „Gesunde Ernährung“ oder „Frühjahrsputz“ mitzuwirken.
Ja, das wäre schön und sinnvoll und zeitgeistig ebenso auf der Höhe.

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