Insekten und Blühstreifen, weggemäht

Benser Tief, Blickrichtung Nord, 25. Mai 2019 – Foto (C): Manfred Knake

Das Insektensterben ist derzeit in aller Munde, so, als ob das ein ganz aktuelles Phänomen wäre. Ist es aber nicht, es spricht sich nun nach Jahren auch in den Medien herum. Vor allem die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem Herbizid- und Pestizideinsatz führte zum großflächigen Rückgang vieler Insektenarten.

Und eins kommt zum anderen: Das Fehlen der Insekten hat auch Auswirkungen auf den Bruterfolg von Allerweltsvogelarten wie z.B. den Haus- und den Feldsperling, deren Nestlinge auf Insektennahrung angewiesen sind. Auch die Feld- und Haussperlingsbestände nehmen seit Jahren kontinuierlich ab. Da kam doch Freude auf, als ich beim täglichen Spaziergang an den Böschungen des Benser Tiefs, das die Binnenlandflächen im Sielort Bensersiel die Nordsee entwässert, prächtige und ganz natürlich entstandene Blühstreifen entdeckte, kilometerlang. Nur währte die Freude nicht lange. Die Deich- und Sielacht in Esens, die die Gewässer unterhält, hat wohl einen Einsatzplan für ihre Mähfahrzeuge. Die nehmen keine Rücksicht auf Insekten oder Blühstreifen, die Planung machte bereits Anfang Juli der Pracht ein jähes Ende.

Weg damit! Auf Kilometer gemähte Böschungen auf beiden Seiten, Benser Tief, Aufnahme vom 10. Juli 2019 – Foto (C): Manfred Knake

Die Deich- und Sielacht ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und wird größtenteils von den Hauseigentümern in deren Einzugsbereich finanziert. Im Vorstand sitzen überwiegend Bauern. Dieser Berufsstand erhält für die hier und da angelegten Blühstreifchen – weniger wegen der Insekten, sondern mehr aus medienunterstützten Imagegründen – sogar noch Subventionen, vom Steuerzahler bezahlt. Es geht eben nichts über den guten Eindruck, egal wie er entstanden ist…

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