Was war das?

Rehkadaver, Februar 2015, geöffnet und angefressen von wem? Foto (C): Manfred Knake

Derzeit liest und hört man viel von der Rückkehr des Wolfes, also seiner Wiederausbreitung nach der Fast-Ausrottung in Westeuropa. Dazu fällt mir die folgende Begebenheit aus dem Februar 2015 ein:

Ganz hinten auf unserem Grundstück an einer Wallhecke lag ein vollständiger Rehkadaver in einem Graben, die Bauchhöhle geöffnet und angefressen. Wie kam der dahin? War es ein Verkehrsopfer, dass sich dort hingeschleppt hatte und dann verendet war? War es ein Riss durch ein Raubtier, oder ein Raubtier, das den Kadaver geöffnet hatte? Als ich am späten Abend noch einmal mit einer starken Taschenlampe das Land ableuchtete, starrten mich vom Rehkadaver zwei große gelbe Augen an, und die verschwanden auch nicht, als ich näher kam. Füchse haben einen rötlichen Augenhintergrund, keinen gelben. Der Augenhintergrund von Hunden reflektiert beim Anstrahlen von rot bis grün, aber auch gelb? Wie dem auch sei, ich trat lieber den Rückzug an. Am nächsten Tag fand ich auch hundeähnliche Spuren im Matsch des Grabens. War es ein streunender hungriger Hund oder vielleicht sogar ein Jungwolf auf Wanderschaft auf der Suche nach einem Partner? Das ist ja nicht mehr so abwegig.
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Holtgaster Forschernachwuchs

Fabian und die Blindschleiche, Juli 2017, Foto (C): Manfred Knake

Fabian aus Holtgast hat das Zeug zum Naturforscher. Ständig ist er draußen und sieht sich nach allem um, das kreucht und fleucht. Kürzlich fand er eine Blindschleiche an einer viel befahrenen Straße. Beherzt setze er sie mit Hilfe eines Stocks in einen Eimer. Die Echse wurde anschließend im nahen Holtgaster Wald an einer sicheren Stelle wieder ausgesetzt. Blindschleichen sind keine Schlangen, sondern gehören zu den Echsen. Weil sie keine Beine haben, sehen sie wie Schlangen aus. Sie sind nicht giftig und auch nicht blind, der Name kommt kommt „blendend“ oder „blinkend“, wegen der typischen metallenen Farbe. Die Art ist geschützt und darf nicht in Gefangenschaft gehalten werden.

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Schilfmassaker im Schutzgebiet, Kraniche vertrieben

 

Kraniche bei der Balz auf einem Maisacker, im Hintergrund der Windpark Utgast, Holtgast, März 2014, Foto (C): privat

Das Landschaftsschutzgebiet Leegmoor in Holtgast/LK Wittmund grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Ochsenweide (Natura-2000-Gebiet, EU-Schutzgebiet) an. Seit einigen Jahren werden in diesem Bereich von Februar bis in den Sommer Kraniche gesehen und gehört; es liegt also ein Brutverdacht vor. Auch in diesem Jahr wurden aus den Überwinterungsgebieten zurückgekehrte Kraniche im Februar wieder aus dem Landschaftsschutzgebiet oder Naturschutzgebiet gehört. Die Vögel suchen sich sehr versteckte Brutplätze und reagieren empfindlich auf Störungen am Brutplatz. In diesem Jahr wurden mit schwerem Gerät Schilf- und Buschflächen in Richtung vermutetem Brutgebiet zurückgeschnitten, Schilf und Buschwerk großflächig entfernt.

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Holtgast, „berühmt“…

Windpark Utgast. Gemeinde Holtgast Foto (C): Insa Bock

In der Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ aus Wittmund werden derzeit in lockerer Folge Orte aus dem Harlingerland vorgestellt. Den Anfang machte Holtgast Neu-Bürgermeister Gerhard Frerichs – auch freier Mitarbeiter der Zeitung- in einer Eloge auf den Ort mit dem Artikel vom 20. Januar 2017: „Lebendiger Tourismus und intaktes Landleben“ (Holtgast_20Jan2017_AZH). Nun ja, leblose Touristen verirren sich wohl kaum in den Ort. Und ob das Landleben tatsächlich noch „intakt“ ist, wie uns Bürgermeister Frerichs weismachen will, ist anzuzweifeln: Die Industrielandwirtschaft macht auch hier die Böden und Gewässer kaputt, es stinkt oft erbärmlich im Ort. Auf den maroden Zustand einiger Straßen im Ort durch überschwere landwirtschaftliche Fahrzeuge, die einige Straßen und Wirtschaftswege zerfahren haben, will ich hier nicht näher eingehen, und auch nicht auf die unnötige Eichen-Abholzaktion für das Neubaugebiet „Schoolpad“ im Mai 2015.

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Schwimmende Totschläger

Nicht abgedeckte Totschlagfalle, Foto (C): Manfred Knake

Bisame leben auch in Holtgaster Gewässern. Es sind keine Ratten, sie sind mit den Wühlmäusen verwandt. Bisame sind hervorragend an das Leben im Wasser angepasst und können an Uferböschungen durch ihre Wühltätigkeit Schäden anrichten. Deshalb werden sie verfolgt, von amtlichen Bisamfängern, von der Gemeinde bestellt.. Natürliche Feinde sind große Greifvögel, Eulen, Füchse und die raren Fischotter. In Holtgast schwimmen auf einem Teich am Waldweg – in einer Wohnsiedlung – auf kleinen Flößen zwei Totschlagfallen. Weiterlesen

Schneckentanz mit Liebespfeilen

Foto (C): Manfred Knake

Diese „verliebten“ Weinbergschnecken (Helix pomatia) genießen ihr Leben, trotz der gegenwärtigen Nässe. Dabei geht es derbe zu: Sie beschießen sich gegenseitig mit „Liebespfeilen“, ohne die es keine neuen Schnecken gäbe. Wie das geht, steht ganz unten. Obwohl es in Holtgast und in weiterer Umgebung gar keine Weinberge gibt, kommen sie hier vor, sie sind anpassungsfähig. Eigentlich sind es wärmeliebende Tiere. Schon die Römer sollen diese Schneckenart aus dem Mittelmeerraum im damaligen Germanien gezüchtet und auch ausgesetzt haben. Sie schätzten sie als gewürzte und gebratene Delikatesse. Später wurden sie in den Klöstern als Fastenspeise gegessen. Die Weinbergschnecken ernähren sich von alten Pflanzenteilen und Algenbelägen, die sie mit ihrer Raspelzunge abweiden. Sie fressen, anders als Nacktschnecken, keine lebenden Pflanzen an. Sie sind keine „Gartenschädlinge“ und sollten daher nicht verfolgt werden. Weiterlesen

Schneewinter 1978/79

Thunum, Februar 1979, auf dem Gipfel einer Schneewehe, Foto: Manfred Knake

Vor 37 Jahren, im Februar 1979, legte die „Schneekatastrophe“ auch in Ostfriesland das öffentliche Leben weitgehend lahm. Damals wohnte ich mit meinem Sohn in Thunum. Zunächst hatten wir Mühe, das völlig eingeschneite Haus zu verlassen. Ich musste mich zunächst wie ein Maulwurf von der Tür bis zur Auffahrt freischaufeln. Sohnemann genoss das Klettern und Rutschen auf den hohen Schneewehen im Ort. Als dann ein Fahrverbot ausgesprochen wurde, machte ich mich in meinem Bundeswehr-Reservistenklamotten und Rucksack zu Fuß nach Esens auf, um für einen Nachbarn und mich Lebensmittel einzukaufen. Die Landwirte, die die Milch ihrer Kühe nicht abtransportieren konnten, lagerten die Milch in den zur Verteilung bereitstehenden nagelneuen schwarzen Plastikmülltonnen.

Umgehungsstraße Bensersiel – Sagenhaftes von einem sozialen Demokraten

Albrecht Dürer, Satyrfamilie (Ausschnitt)

Hier erfährt man Sagenhaftes zur illegalen Umgehungsstraße Bensersiel/Stadt Esens und zum geforderten Teilrückbau des Landeigentümers, in einem Leserbrief vorgetragen ausgerechnet von Axel Heinze (SPD), dem ehemaligen Ratsmitglied der Stadt Esens. In dieser Funktion war er damals auch Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses und, weil er für die Umgehungsstraße stimmte, damit mitverantwortlich für den teuren und von zwei Gerichten monierten Schwarzbau in einem europäischen Vogelschutzgebiet. Und jetzt kommt´s: Heinze war und ist Vorsitzender der Kreisgruppe Wittmund des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), der sich bekanntlich und eigentlich für den Artenschutz und den Erhalt von Vogellebensräumen einsetzen müsste. Weiterlesen