Was war das?

Rehkadaver, Februar 2015, geöffnet und angefressen von wem? Foto (C): Manfred Knake

Derzeit liest und hört man viel von der Rückkehr des Wolfes, also seiner Wiederausbreitung nach der Fast-Ausrottung in Westeuropa. Dazu fällt mir die folgende Begebenheit aus dem Februar 2015 ein:

Ganz hinten auf unserem Grundstück an einer Wallhecke lag ein vollständiger Rehkadaver in einem Graben, die Bauchhöhle geöffnet und angefressen. Wie kam der dahin? War es ein Verkehrsopfer, dass sich dort hingeschleppt hatte und dann verendet war? War es ein Riss durch ein Raubtier, oder ein Raubtier, das den Kadaver geöffnet hatte? Als ich am späten Abend noch einmal mit einer starken Taschenlampe das Land ableuchtete, starrten mich vom Rehkadaver zwei große gelbe Augen an, und die verschwanden auch nicht, als ich näher kam. Füchse haben einen rötlichen Augenhintergrund, keinen gelben. Der Augenhintergrund von Hunden reflektiert beim Anstrahlen von rot bis grün, aber auch gelb? Wie dem auch sei, ich trat lieber den Rückzug an. Am nächsten Tag fand ich auch hundeähnliche Spuren im Matsch des Grabens. War es ein streunender hungriger Hund oder vielleicht sogar ein Jungwolf auf Wanderschaft auf der Suche nach einem Partner? Das ist ja nicht mehr so abwegig.
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„Gegenwind Utgast“ nicht mehr zu erreichen…

Repowerter Windpark Utgast (Ausschnitt), bis zu 600m an die Wohnbebauung, Foto: privat

…aber einiges wurde vor dem Vergessen „gerettet“.

In Utgast hatte sich eine Initiative zusammengefunden, die gegen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Auswirkungen des Rotorenlärms im repowerten Windpark Utgast, Gemeinde Holtgast, vorgehen will. Derzeit ist es still um die Initiative geworden, der Lärm mit dem tieffrequenten Schall indes geht weiter. Aus bisher unbekannten Gründen ist die WebSeite von „Gegenwind Utgast“ nicht mehr erreichbar. Da auf der WebSeite wesentliche Beiträge zur Lärmbelastung und zu einer anstehenden Klage eines Betroffenen veröffentlicht wurden, die nun nicht mehr abrufbar sind, werden hier auf der Holtgast-Ostfriesland-Seite einige, nicht alle, „geretteten“ Beiträge erneut veröffentlicht. Weiterlesen

Rauchzeichen aus dem Windpark Utgast

Rauchzeichen aus Utgast, Mai 2017, Foto: privat

Im Windpark Utgast im Landkreis Wittmund wird derzeit „repowert“. Die abgängigen Tacke-Anlagen (TW-600) werden seit Monaten gegen die leistungsstärkeren – und lauteren – neuen Enercon E-70-Anlagen ausgetauscht. In der Bildmitte verabschiedet sich gerade eine Tacke mit schwarzem Rauch. Das alte Getriebeöl, das jahrelang aus Leckagen in den Turm gelaufen ist, entzündete sich bei den Schweißarbeiten am Stahlturm und wird hier gerade nicht ganz „fachgerecht“ entsorgt, mit dem weithin sichtbaren Rauchzeichen. Weiterlesen

Schilfmassaker im Schutzgebiet, Kraniche vertrieben

 

Kraniche bei der Balz auf einem Maisacker, im Hintergrund der Windpark Utgast, Holtgast, März 2014, Foto (C): privat

Das Landschaftsschutzgebiet Leegmoor in Holtgast/LK Wittmund grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Ochsenweide (Natura-2000-Gebiet, EU-Schutzgebiet) an. Seit einigen Jahren werden in diesem Bereich von Februar bis in den Sommer Kraniche gesehen und gehört; es liegt also ein Brutverdacht vor. Auch in diesem Jahr wurden aus den Überwinterungsgebieten zurückgekehrte Kraniche im Februar wieder aus dem Landschaftsschutzgebiet oder Naturschutzgebiet gehört. Die Vögel suchen sich sehr versteckte Brutplätze und reagieren empfindlich auf Störungen am Brutplatz. In diesem Jahr wurden mit schwerem Gerät Schilf- und Buschflächen in Richtung vermutetem Brutgebiet zurückgeschnitten, Schilf und Buschwerk großflächig entfernt.

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„Kampf um die Windräder“: ARD-Fernsehbeitrag mit Bildern aus Holtgast


Am 01. August 2016 wurde ein bemerkenswerter Beitrag der Report-Mainz-Redaktion des Südwestfunks im 1. Fernsehprogramm gesendet: „Kampf um die Windräder“ (s.o., bitte den Pfeil im Bild anklicken). In aller Deutlichkeit wurden die Verflechtungen der Windkraftwirtschaft mit Kommunalpolitikern und dem angeblichen Naturschutzverband BUND beleuchtet, bis hin zu einer organisierten Demo in Berlin für den unveränderten Erhalt der Subventionen aus dem  Erneuerbare Energien Gesetz. Dafür wurden gezielt Mitarbeiter der Herstellerfirmen Vestas und Enercon während der Arbeitszeit mit vielen Bussen nach Berlin gefahren. Weiterlesen

Der Asphalt-Cowboy – staatliche Nachsicht für Jürgen Max Johann

Hat Moorwegs Bürgermeister Jürgen Schröder, CDU, (Samtgemeinde  Esens im Landkreis Wittmund) einen Amtsbonus bei der Strafverfolgung
bekommen? Die jetzt erfolgte Einstellung des Verfahrens wegen illegaler Asphaltentsorgung gegen ihn durch die Staatsanwaltschaft in Aurich hatte ja schon eine längere Vorgeschichte: „Den Ermittlungen vorausgegangen waren drei Aufforderungen der Unteren Abfallbehörde des Landkreises, das Bitumen sachgerecht zu entfernen. Bei einem ersten Ortstermin Anfang Mai wurde die Gemeinde das erste Mal aufgefordert, berichtet Ralk Klöker, Pressesprecher des
Landkreises Wittmund. Erst Ende August wurde Vollzug gemeldet und bei
einem Ortstermin erneut überprüft.“, so ein Bericht in der Ostfriesen
Zeitung bereits am 30.09.2015.

Das ist mindestens eine Ordnungswidrigkeit, die der Landkreis als Naturschutz- oder Abfallbehörde hätte ahnden können, aber bei dieser Menge schon eher eine Straftat. Was wäre wohl auf einen “Normalbürger” zugekommen, der mehr als eine
Tonne Restasphalt im Wald “verklappt” hätte und der der Aufforderung, diesen wieder zu entfernen, nicht unverzüglich nachgekommen wäre?

Jürgen Lohs aus Moorweg hat´s kommentiert: Weiterlesen

Schneewinter 1978/79

Thunum, Februar 1979, auf dem Gipfel einer Schneewehe, Foto: Manfred Knake

Vor 37 Jahren, im Februar 1979, legte die „Schneekatastrophe“ auch in Ostfriesland das öffentliche Leben weitgehend lahm. Damals wohnte ich mit meinem Sohn in Thunum. Zunächst hatten wir Mühe, das völlig eingeschneite Haus zu verlassen. Ich musste mich zunächst wie ein Maulwurf von der Tür bis zur Auffahrt freischaufeln. Sohnemann genoss das Klettern und Rutschen auf den hohen Schneewehen im Ort. Als dann ein Fahrverbot ausgesprochen wurde, machte ich mich in meinem Bundeswehr-Reservistenklamotten und Rucksack zu Fuß nach Esens auf, um für einen Nachbarn und mich Lebensmittel einzukaufen. Die Landwirte, die die Milch ihrer Kühe nicht abtransportieren konnten, lagerten die Milch in den zur Verteilung bereitstehenden nagelneuen schwarzen Plastikmülltonnen.

Unser Zukunfts- Bürgermeister

Bürgermeister im Dorf kann ja so einfach sein: Alle Jahre wieder werden mit schönen Worten vor Publikum und Presse im Dorfgemeinschaftshaus „Haltestä“ die eigenen Erfolge zelebriert. Vor „rund 100 Zuhörern, darunter zahlreiche Vertreter aus der Politik“ (so die Ostfriesen Zeitung) blickte Bürgermeister Enno Ihnen auf die tatsächlichen oder vermeintlichen Errungenschaften in der Gemeinde aus dem Jahr 2015 zurück. Einen „Orden“ gab´s es noch dazu. In diesem Jahr wurde der „Johannistein“ einem Musik-Entertainer aus Fulkum verliehen, herzlichen Glückwunsch dafür. Weiterlesen

Windenergie: CDU und FDP gegen eine Bürgerbefragung in der Samtgemeinde Esens

 

Esens, Blick auf die Stadt von Westen. Im Hintergrund der Windpark Stedesdorf. Foto (C): Manfred Knake

(Große Teile dieses Textes wurden im Anzeiger für Harlingerland/Wittmund am 23. Dezember 2015 als Leserbrief veröffentlicht.)

Bei einem Theaterbesuch muss man Eintritt bezahlen. Bei der letzten Samtgemeinderatssitzung in Esens am 16. Dezember 2015, auf der nach heftigen Diskussionen schließlich mehrheitlich die Bürgerbefragung zum weiteren Ausbau der Windenergie beschlossen wurde, war der Eintritt frei, und sehr unterhaltsam war es noch dazu. Die Zuschauer konnten eine Posse und ein Trauerspiel gleichzeitig erleben: Die CDU-FDP-Gruppe unternahm mit viel Rhetorik – oder war es nur Geschwätz? – unter Ziehung aller Register den vergeblichen Versuch, die Bürgerinnen und Bürger, die sie vorgeblich vertritt, von einer Willensbekundung für oder gegen mehr Windkraftanlagen in der Samtgemeinde Esens auszuschließen und die Befragung zu verhindern. Weiterlesen

Gegen Windkraft in Ochtersum und Fulkum/Holtgast: heftige Bürgerproteste

Die Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ in Wittmund berichtete bemerkenswert ausführlich, kritisch und mit einem Kommentar versehen über die Windparkpläne in Ochtersum (auch schon Ochtersumpf genannt), Samtgemeinde Holtriem im LK Wittmund/NDS und in Fulkum/Gemeinde Holtgast. Auch hier: ein sehr kreativer Umgang mit der Wahrheit durch den Ochtersumer Bürgermeister Pfaff. Weiterlesen